Objektplanung öffentliche Freiräume, LP 1 – 8,
Beratung öffentliche Verkehrsräume
Zusammenarbeit mit:
ANP – Architektur- und Planungsgesellschaft mbH, Kassel
Brederlau+ Holik Architektur & Städtebau, Braunschweig
Im Quartier Ostend in Hildesheim entsteht ein neuer Stadtbaustein aus mehreren Baufeldern und Adressen. Das Landschaftsfenster bildet darin die gemeinsame Mitte: Es verknüpft die Teilbereiche als durchgehender Grünraum, ordnet Alltagswege und gibt dem Quartier eine prägnante, zusammenhängende Freiraumfigur.
Prägend ist ein ästhetisches Leitbild, das neue Sehgewohnheiten zulässt: wilde, extensive Stadtnatur steht gleichberechtigt neben intensiv genutzten Spiel- und Sportflächen mit hohem Nutzungsdruck. Der Kontrast wird nicht geglättet, sondern bewusst komponiert. Wo es trubelig ist, sind Beläge und Kanten robust und klar gefasst; wo die Nutzung weniger drückt, darf Vegetation „sprechen“ – mit Blüte, Samenstand und jahreszeitlichem Wandel.
Im Norden findet das Landschaftsfenster seinen Auftakt mit einem Platz – Veranstaltungsort und Treffpunkt zugleich. Er bündelt Ankommen und Aufenthalt und öffnet den Freiraum als gemeinsames „Wohnzimmer“ nach draußen; von hier entfaltet sich die Abfolge von Wegen, Bewegungs- und Spielbereichen, ruhigeren Zonen und weiten Wiesenflächen.
Vegetation ist hier Material und Methode – und sie wirkt in allen Lagen. Am Boden bilden Wiesen- und Saumbereiche den grünen Grundton; auf den Gebäuden setzt sich das Prinzip als extensive Dachbegrünung fort: als Speicher- und Verdunstungskörper, der die klimatische Wirkung verstärkt und die „grüne Handschrift“ auch aus der Vogelperspektive lesbar macht. Entscheidend ist ein belastbarer, artenreicher Vegetationskörper mitten im Quartier, der Erkundung und Bespielung zulässt.
So ist ein wilder Park entstanden, der Robustheit, Klimawirkung und eine zeitgemäße Stadtnatur als neues Leitbild komponiert.