Neubau Fasslager Kamenz

Freiraumplanerisches Konzept
Zusammenarbeit mit WEHMEYER Planungsgesellschaft mbH (Urheber Abbildungen)

Der Landschaftsraum: Die Anordnung der Neubauten und ihrer potentiellen Erweiterungen ermöglicht es, die offenen Freiflächen des Grundstücks landschaftskulturell in das Gesamtkonzept einzubinden. Durch die Einbindung traditioneller landwirtschaftlicher Nutzungen kann extensiv zusätzlicher Lebensraum für Pflanzen und Tiere geschaffen und damit die Biodiversität erhöht werden. Das Konzept für das Fasslager Kamenz sieht vor, die großzügig verbleibenden Grünflächen im Nordwesten regionalen Erzeugern anzubieten, die als Partner die Flächen bewirtschaften können. So wird unter Erhalt der Bestandsgehölze die Fläche oberhalb des Baufeldes als eingefriedete Kräuterwiese angelegt, die von Schafen beweidet werden soll. Ausgehend von dem umlaufenden Gehölzsaum gliedern lockere Baumreihen die Wiesenflächen. Nördlich des Gästehauses und des Verwaltungsgebäudes wechseln sich weitere Kulturgartenbereiche ab. Eine traditionell angelegte Streuobstwiese bzw. eine Plantage gemäß der Kultur des Niederstamm-Obstbaus formuliert den Übergang zu den Weideflächen. Rasenstreifen innerhalb der Wiese laden zwischen den Obstbaumreihen zum Wandeln ein. Den östlichen Abschluss dieses Kulturgartens bildet der formal gestaltete Kräutergarten, in dem die auf der Weide vorherrschenden Kräuter in Beeten separiert sind und durch weitere Kulturkräuter ergänzt werden. Gesäumt wird der Garten durch eine begrenzende Kirschbaumreihe. Entlang des Erschließungsweges bilden im Schatten der vorhandenen dominanten Gehölze kleinere von Hecken unterteilte Rasenterrassen und Tennenflächen den Auftakt des Kulturgartens. Im Aufenthalt dieser Gartenkabinette wird bei interessierten BesucherInnen und MitarbeiterInnen Neugierde geweckt und dazu eingeladen, sich in der Kulturlandschaft eigene Plätze zu suchen. In unmittelbarer Nähe der Neubauten sind in die Wiesenflächen flache Muldenstreifen modelliert, die das Regenwasser der Dachflächen aufnehmen und versickern lassen. Zwischen diesen Mulden verdichten sich in den nördlichen Abschnitten die lockeren Baumreihen zu kleinen Gehölzsäumen. Die Fassadenbegrünung bietet Insekten und Kleintieren Schutz. Für Vögel und Fledermäuse werden in den Ostfassaden der Lehmbauten zusätzliche Brut- und Nistkästen angebracht. Durch die inhaltlich-konzeptionelle Verbindung der baulichen Erweiterungen mit der Freiraumgestaltung wird das Areal gestärkt und mit der umgebenen, von Forst- und Landwirtschaft geprägten Landschaft verwoben, wodurch am Ort eine wachsende identitätsstiftende Präsenz entstehen kann.

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