Kita St. Bernward Magdalenengarten Hildesheim

Leistungsphase 1-8
Zusammenarbeit mit Bernward GmbH

Weitere Information zum Projekt auf bwv-hi.de

Im Nordwesten des Michaelisviertels befindet sich zwischen der Stadtmauer und dem Hohen Wall ein Ensemble aus St. Magdalenenkirche, Klosterbau und Magdalenengarten, das, von der baulichen Entwicklung der letzten Jahrhunderte geprägt, ein bedeutendes Stück der Hildesheimer Geschichte darstellt. Das von einer Natursteinmauer und der historischen Stadtbefestigung gerahmte, annähernd 3 ha große Gesamtareal ist von einer topografisch bewegten Landschaft am Übergang zur Innersten beeinflusst. Die historische Gartenanlage wurde zu Beginn der 2000er Jahre größtenteils unter denkmalpflegerischen Aspekten wieder hergerichtet und mit dem baulichen Ensemble des weiter östlich gelegenen St. Michaelis-Komplexes neu verbunden. Der Anschluss im Süden konnte jedoch nicht adäquat aufgewertet werden und stellt aus heutiger Sicht einen städtebaulichen Mangel dar. Der Zusammenhang der im 13. Jahrhundert errichteten und von unterschiedlichen Epochen geformten Anlage ist derzeit in seiner Gesamtheit kaum ablesbar. Städtebauliche Entwicklungen, die dem Ensemble entgegenwirken, wie das Wohngebäude, die daran angelagerten Garagenbauten, der Grünpavillon oder Balkonanbauten am Klostergebäude stören die Gesamtkomposition, wodurch historisch bedeutsame Elemente verdeckt und (landschafts-) architektonische Bezüge gestört werden. Ungeordnete Baum- und Strauchpflanzungen tragen zudem dazu bei, dass die (Blick-) Beziehungen zwischen dem aktuell als Altenpflegeheim genutzten ehemaligen Kloster und dem weiter nördlich gelegenen Garten nicht mehr existieren.

Mit dem Abriss des Wohngebäudes und den Garagenbauten besteht die einmalige Möglichkeit, das Gesamtareal um die Magdalenenkirche und dem Klosterbau wieder zu ordnen und unter Berücksichtigung der Inklusion den heutigen Bedürfnissen anzupassen. Die KiTa St. Bernward als Ausgangspunkt der Neuentwicklung stellt einen Anziehungspunkt für junge Familien inmitten des Viertels dar. Ziel des vorliegenden Konzeptes ist es, ein inklusives Gesamtensemble zu schaffen, dass als Begegnungsstätte sowohl für Kinder und Eltern als auch für Senioren, Kulturinteressierte, geistig und körperlich Beeinträchtigte sowie alle Bewohner des Stadtteils zugleich fungiert.

Eine zusammenhängend betrachtete Freiraumgestaltung mit Magdalenenplatz, Gartenpromenade und Quartiersgarten schafft ein vielfältig nutzbares und durchgängig erlebbares Hof- und Gartenensemble für alle Altersschichten und Nutzergruppen. Durch den Abbau von Barrieren, die Entzerrung des Verkehrs, die Verbesserung der Orientierungsmöglichkeiten und die Schaffung neuer Verweilorte entsteht ein Ort, der die Kommunikation und das Zusammenleben der Mitmenschen, unabhängig von ihrer Herkunft oder körperlichen bzw. geistigen Beeinträchtigung, fördert.